Tourismus |  Mittwoch, 13.09.2017

So digital wird Österreichs Tourismus

Bei den Österreichischen Tourismustagen in Linz standen spannende Impulse, hochkarätige Speaker, Netzwerken und eine interaktive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Digitalisierung für Gesellschaft und Tourismus im Mittelpunkt. MIT VIDEO!

© ÖW/Christandl

Premiere der Österreichischen Tourismustage in Kooperatien mit Ars Electronica. Mehr als 400 Touristiker, Unternehmer und Interessensvertreter folgten der Einladung nach Linz.

Die Tourismustage gliederten sich unter dem Motto „digital transformation“ am ersten Tag als Themensymposium in das Ars Electronica Festival ein, das in der Linzer Post City über die Bühne ging. Dieser Tag lenkte den Fokus auf jene maßgeblichen technologischen Entwicklungen, die unser aller Zukunft entscheidend prägen werden.

So erklärten u.a. Kenric McDowell (Direktor des Artists + Machine Intelligence Program bei Google Research), was mit neuronalen Netzen und selbstlernenden Systemen bereits heute möglich ist. Hiroshi Ishii (Professor am MIT) erläuterte die realen Anwendungen von Internet Of Things (IoT), und Denis Jaromil Roio (CTO und Co-Gründer der Dyne.org think&do Tank) erklärte, was unter dem Begriff Blockchain gemeint ist.

Neue Geschäftsmodelle für den Tourismus

„Der Tourismus ist eine Leitbranche für unsere Wirtschaft, die wir weiter entlasten und stärken müssen. Zum einen braucht es Rahmenbedingungen, um im Preiswettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, zum anderen müssen wir die digitale Transformation unserer Betriebe aktiv unterstützen", betonte Wirtschaftsminister Harald Mahrer. "Richtig genutzt, können durch die Digitalisierung neue Geschäftsmodelle entstehen und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Dazu müssen wir die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Infrastruktur in den Betrieben und Regionen konsequent stärken.“ Mahrer sprach sich wiederholt für schnelleren Breitbandausbau, eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Nächtigungen und zeitgemäße Arbeitszeitregelungen aus.

Die konkreten Auswirkungen auf die Branche

Der zweite Tag im Ars Electronica Center griff dann die realen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Tourismus- und Freizeitwirtschaft auf. Themen wie die zukünftige Rolle des Urlaubs, das Gast/ Gastgeber-Verhältnis sowie digitale Mitarbeiterqualifikationen wurden in einer Podiumsdiskussion von unterschiedlichen Seiten beleuchtet.

Der international renommierte touristische Trendkurator Oliver Puhe skizzierte, was künstliche Intelligenz mit der Tourismusbranche macht. Robert Kolmhofer, Professor für Informations- und Kommunikationstechnologie an der FH-OÖ Hagenberg, wiederum gab einen „Crash Kurs“ in Cybersecurity, indem er aufzeigte, welche neuen Technologien bei der Implementierung notwendiger Sicherheitsmaßnahmen weiterhelfen.

Die Zukunft des Tourismusmarketings

Ein Teil des Programms widmete sich auch der Kommunikation und wie sich diese mit der fortschreitenden Digitalisierung verändert. „Die Zukunft des Marketings liegt in der datengetriebenen Kommunikation:
das Kundenverhalten dazu nutzen, um die richtige Botschaft der richtigen Person zum richtigen Zeitpunkt über den richtigen Kanal schicken. Und das in Echtzeit“, so Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, über nie zuvor dagewesene Möglichkeiten der Personalisierung.

Unverändert erfolgsentscheidend bleiben emotionale Inhalte: Ab 2018 richtet die Österreich Werbung ihre Kommunikation verstärkt auf die tief liegenden Reise-Sehnsüchte der Menschen aus – und zwar abgestimmt auf den jeweiligen Kulturkreis.

Das Programm wurde vom Wirtschaftsministerium (BMWFW), der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKO und der Österreich Werbung (ÖW) gemeinsam mit Ars Electronica gestaltet. Alle live übertragenen Vorträge können unter www.tourismustage.at abgerufen werden.

VIDEO: Das waren die Tourismustage (c) ÖW

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