Tourismus |  Donnerstag, 12.10.2017

Der verschwimmende Geschäftsreisende

Im Rahmen der abta Business Travel Lounge wurden neue Perspektiven im Travel Management diskutiert: Autonomes Fahren, sinkende Reisekosten und neue Herausforderungen für den Tourismus.

© abta

Peter Ziegelwanger, ACA (Austrian Cockpit Association) und Hanno Kirsch (abta Präsident) bei der aktuellen abta Travel Lounge im neuen ÖAMTC Standort.

"Neue Perspektiven" war der rote Faden, der sich diesmal durch die Referate an der jüngsten abta-Business Travel Lounge in der nagelneuen ÖAMTC-Zentrale in Wien Erdberg zog. abta-Präsident Hanno Kirsch und ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold begrüßten die Gäste. Einführende Worte sprach Gerhard Säckl, Direktor des ÖAMTC-Reisebüros. Michael Pagger, Key Account Manager bei AVIS, zeigte auf, dass es bei dem mitunter als "Branchendinosaurier" bezeichneten Autovermieter eine Reihe neuer und richtungsweisender Initiativen gibt.

Ausblick auf die nächsten 20 Jahre

Thomas Osswald, Director Commercial & Customer Service des Softwareanbieters i:FAO Group GmbH, stellte die Frage, was wohl die nächsten 20 Jahre bringen, und Peter Ziegelwanger, Pilot und Generalsekretär der Austrian Cockpit Association (ACA), erzählte dem Fachpublikum Spannendes und Nachdenkliches rund ums Fliegen. "Heute verschwimmt, was eigentlich ein Geschäftsreisender ist", meint Thomas Osswald. Es gehe darum, ganz allgemein die Reisekosten mit einem gut funktionierenden End-to-end-Konzept zu senken. Durch echte und flexible Lösungen, wie sie von der i:FAO Group entwickelt werden (die seit drei Jahren "im Team" mit Amadeus verbunden ist), finde der Kunde bestmögliche Preise vor. Das vor 20 Jahren geschaffene "Cytric"-System (Osswald: ".. so alt wie LED-Lampen") und das seit zehn Jahren zur Abrechnung verwendete "Cytric Expense" (".. so alt wie das iPhone") haben für eine gute Position des Unternehmens im Bereich des "Managed Travel" gesorgt. Wie sich in der Zusammenarbeit mit 16 großen Reisebüroketten zeigt, steigt der Anteil der online-Buchungen stetig, weshalb die Angebote jetzt ein komplettes redesign erfahren. Der Kundennutzen stehe dabei im Vordergrund, wie Osswald formuliert: "Unsere Lösungen sind Kunden-zentriert, nicht Lieferanten-zentriert. Dies ermöglicht tatsächliche Einsparungen bei der Buchung".

Neue Auto-Konstellationen

AVIS, einer der traditionsreichsten Player in der Mietwagen-Branche, beschäftigt sich intensiv mit dem Thema "Connected cars". Darunter versteht man Autos mit WLAN, die mit anderen Fahrzeugen mit Internetzugang und weiteren Stellen verbunden sind. Aus dieser Konstellation ergeben sich eine Reihe neuer Produkte wie MDMS, "Keys in Cars" oder "AVIS neu". MDMS vereinfacht etwa das Verfahren nach Schäden am Fahrzeug oder ermöglicht die automatische Erstellung eines Rückgabeprotokolls (inklusive Fotos und Km-Stand). "Keys in Cars" wird erstmals ab Dezember 2017 am Flughafen Düsseldorf eingesetzt. Bei "AVIS neu" kann der Kunde über eine App den kompletten Anmiet-Prozess ansteuern. Nach diesem System, das in den USA bereits läuft, kann der Kunde von der Bestätigung bis zur Rückgabe alles ohne großen Aufwand erledigen. Es besteht eine Zusammenarbeit mit Waymo. Auch das vieldiskutierte "autonome Fahren" findet sich im Radar der AVIS-Entwicklung. "Autonomes Fahren schon in acht Jahren?", stellte Michael Pagger abschließend zur Diskussion. "Ja! Denken wir ans Internet, die Entwicklung geht so rasch. Das autonome Fahren kann schneller kommen als wir heute denken".

Die hohe Flugsicherheit

Vereinsziel der Austrian Cockpit Association (ACA) ist es, die Flugsicherheit zu fördern und zu erhöhen. Dabei ist das Fliegen, so ACA-Generalsekretär Peter Ziegelwanger, ohnehin die sicherste Art der Beförderung. Nur jeder zehnmillionste Passagier hat seinen Flug nicht überlebt. 3,2 Milliarden Fluggästen, für die 25.000 Verkehrsflugzeuge im Einsatz sind, stehen rund 300 Todesfälle gegenüber, eine Relation, die es in anderen Mobiltätsbereichen nicht gibt. "Man müsste 100.000 Jahre fliegen, um - statistisch gesehen - einmal abzustürzen". Der Gesetzgeber fordert eine "Sicherheit von zehn hoch minus sieben", eine Latte, die viele Airlines durch eigene interne Sicherheitsvorschriften sogar noch höher legen. "Die Latte liegt dann bei zehn hoch minus acht. Aber das kostet Geld", stellt Ziegelwanger fest. Gute Fluglinien würden allerdings immer über die offiziellen Sicherheitsstandards hinausgehen. Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit liegen in der technischen Ausrüstung, im Training, in der "Safety Culture" und nicht zuletzt bei sozialen Faktoren. "Auch die soziale Situation beeinflusst die Flugsicherheit", betont der erfahrene AUA-Pilot.

Airline-Preisdruck als Sicherheitsrisiko?

Mit Sorge sieht Ziegelwanger die Entwicklung bei den "Billig- Airlines": "Die Preise haben sich in den letzten Jahren auf zu niedrigem Niveau eingependelt. Es wird drastisch gespart. Vielleicht ist der Höhepunkt bei der Flugsicherheit schon überschritten". Der Preisdruck wachse sich inzwischen schon auf große Airlines aus. "Vielleicht denken Sie daran, wenn man das nächste Mal für Sie einen Flug mit billigem Tarif bucht", wandte sich der ACA-Sprecher an das Publikum.

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